
Übersicht
Größe und Gewicht eines Nachtsichtgeräts
Die Auswahl eines geeigneten Nachtsichtgeräts erfordert mehr als nur einen Blick auf Sensorauflösung, Reichweite und Vergrößerung. Größe und Gewicht beeinflussen unmittelbar, wie angenehm sich das Gerät transportieren, bedienen und über einen längeren Zeitraum verwenden lässt.
Besonders bei der Jagd solltest du nicht nur das Gewicht des eigentlichen Geräts berücksichtigen. Hinzu kommen abhängig von der Ausführung ein Akku, ein Infrarotstrahler, ein Montageadapter und gegebenenfalls eine externe Stromversorgung. Bei einem an der Zieloptik verwendeten Nachtsichtgerät verändert jedes zusätzliche Bauteil außerdem die Gewichtsverteilung.
Bedeutung der Größe für verschiedene Einsatzgebiete
Bei der Jagd sind kompakte und leichte Nachtsichtgeräte häufig besonders praktisch. Handgeführte Beobachtungsgeräte lassen sich platzsparend in einer Tasche verstauen und schnell einsetzen. Bei Nach- und Vorsatzgeräten ist eine kompakte Bauweise wichtig, damit die Kombination aus Gerät, Adapter und Zielfernrohr möglichst handlich bleibt.
Ein Nachsatzgerät wird hinter dem Okular der Tagesoptik angebracht. Dadurch verlängert sich das optische System nach hinten und der gewohnte Augenabstand kann sich verändern. Ein Beispiel ist das PARD NV007SP2 4K Nachtsichtgerät. Das digitale Gerät besitzt eine kompakte Nachsatzbauweise und kann abhängig von Ausstattung und rechtlicher Zulässigkeit hinter einer geeigneten Zieloptik verwendet werden.
Auch das SYTONG HT-88 Nachtsicht-Nachsatzgerät ist als Dual-Use-Modell ausgelegt. Es kann als handgeführtes Beobachtungsgerät oder mit dem passenden Adapter als Nachsatzgerät eingesetzt werden. Das vergleichsweise große Sehfeld von etwa 40 Metern auf 100 Meter kann besonders auf kürzeren Beobachtungsdistanzen und in Waldrevieren hilfreich sein.
Bei Polizei, Sicherheitsdiensten und anderen professionellen Anwendern kann dagegen ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Größe, Robustheit und Funktionsumfang wichtiger sein. Geräte mit Aufnahmefunktion, Entfernungsmesser oder zusätzlicher Wärmebildtechnik fallen häufig größer und schwerer aus.
Wärmebildgeräte sind technisch keine Nachtsichtgeräte im engeren Sinn. Sie erfassen Wärmestrahlung und benötigen weder sichtbares Restlicht noch einen Infrarotstrahler. Entsprechende Geräte findest du in unserer Kategorie Wärmebildkameras.
Für Feuerwehr und Rettungsdienste können robuste und wettergeschützte Systeme sinnvoll sein. Ob ein Nachtsicht- oder Wärmebildgerät für einen bestimmten professionellen Einsatz geeignet ist, hängt jedoch von seiner Zulassung, Schutzklasse und vorgesehenen Verwendung ab.
Einfluss des Gewichts auf Tragbarkeit und Handhabung
Das Gewicht eines Nachtsichtgeräts beeinflusst unmittelbar seine Handhabung. Bei Outdoor-Aktivitäten und bei der Jagd ist ein geringes Gewicht von Vorteil, wenn du das Gerät über längere Strecken mitführst oder häufig zwischen Beobachtung und Transport wechselst.
Bei einem handgeführten Gerät kann ein höheres Gewicht zu schnellerer Ermüdung und einem unruhigeren Bild führen. Eine Handschlaufe, ein Trageriemen oder eine geeignete Tasche können die Nutzung erleichtern. Für längere Beobachtungen kann außerdem ein Stativ oder eine feste Auflage sinnvoll sein, sofern das Gerät dafür vorbereitet ist.
Bei Nach- und Vorsatzgeräten wirkt sich das zusätzliche Gewicht auf die Balance der gesamten Kombination aus. Ein Nachsatzgerät belastet vor allem den hinteren Bereich der Zieloptik. Ein Vorsatzgerät verlagert das Gewicht dagegen nach vorne. Beide Bauformen können dadurch den Anschlag und die Handhabung verändern.
Vergleiche deshalb nicht nur das Artikelgewicht, sondern berücksichtige auch Adapter, Akku, Infrarotbeleuchtung und weitere Zubehörteile. Das PARD NV007SP2 4K wiegt laut Produktbeschreibung rund 397 Gramm einschließlich Akku. Hinzu kommt der verwendete Montageadapter.
Bei der Auswahl eines Nachtsichtgeräts solltest du daher den vorgesehenen Einsatzbereich berücksichtigen. Nur so erhältst du ein Gerät, das hinsichtlich Bildleistung, Bedienbarkeit, Gewicht und Zubehör zu deinen Anforderungen passt.

Lichtdurchlässigkeit und Bildqualität
Bedeutung der Lichtdurchlässigkeit für die Bildqualität
Die Lichtdurchlässigkeit beziehungsweise Transmission beschreibt, wie viel des einfallenden Lichts durch ein optisches System weitergeleitet wird. Bei einem Nachtsichtgerät beeinflussen unter anderem das Objektiv, seine Vergütung und die Zahl der optischen Elemente, wie viel Licht den Sensor oder die Bildverstärkerröhre erreicht.
Ein lichtstarkes Objektiv kann bei schwachem Umgebungslicht mehr nutzbare Bildinformationen bereitstellen. Der Objektivdurchmesser allein reicht für die Beurteilung jedoch nicht aus. Auch Brennweite, Öffnungsverhältnis, Linsenqualität und Beschichtung spielen eine wichtige Rolle.
Bei einem digitalen Nachtsichtgerät wird das Licht auf einem CMOS- oder vergleichbaren Sensor erfasst. Anschließend verarbeitet ein Bildprozessor das Signal und stellt es auf einem internen LCD- oder OLED-Display dar.
Beim analogen Restlichtverstärker gelangt das einfallende Licht dagegen in eine Bildverstärkerröhre. Dort wird es zunächst an einer Photokathode in Elektronen umgewandelt, anschließend verstärkt und zuletzt über einen Phosphorschirm wieder als sichtbares Bild ausgegeben.
Die Qualität des fertigen Bildes hängt daher nicht allein von der Transmission ab. Bei digitalen Geräten sind zusätzlich Sensorauflösung, Lichtempfindlichkeit, Bildverarbeitung, Displayauflösung und Bildfrequenz entscheidend. Bei analogen Geräten spielen unter anderem Auflösung, Signal-Rausch-Verhältnis, Verstärkungsleistung und Qualität der Bildverstärkerröhre eine Rolle.
Das PARD NV007SP2 4K kombiniert beispielsweise einen CMOS-Sensor mit 3.840 × 2.160 Pixeln mit einem OLED-Display mit 1.600 × 1.200 Pixeln. Das SYTONG HT-88 besitzt ein OLED-Display mit 1.440 × 1.080 Pixeln. Solche Angaben sollten immer gemeinsam mit Objektiv, Sehfeld und Grundvergrößerung betrachtet werden.
Auswirkungen von Umgebungslicht und Infrarotstrahlern
Die Bildqualität eines Nachtsichtgeräts hängt nicht allein von seiner eigenen Technik ab, sondern auch vom vorhandenen Umgebungslicht. Mondlicht, Sterne, entfernte Beleuchtungen und reflektierende Flächen können die nutzbare Bildhelligkeit erhöhen.
Bei vollständiger Dunkelheit benötigen digitale Nachtsichtgeräte und analoge Restlichtverstärker häufig eine zusätzliche Infrarotbeleuchtung. Ein IR-Aufheller sendet Licht im nahen Infrarotbereich aus, das vom menschlichen Auge nicht oder nur sehr eingeschränkt wahrgenommen, vom Sensor eines geeigneten Nachtsichtgeräts aber erfasst werden kann.
Infrarotstrahler werden häufig mit einer Wellenlänge von 850 oder 940 Nanometern angeboten. Ein 850-nm-Strahler liefert bei vergleichbarer Leistung meist ein helleres Sensorbild und eine größere nutzbare Reichweite. An der Lichtquelle kann jedoch ein schwaches rotes Glimmen sichtbar sein.
Ein 940-nm-Strahler arbeitet für das menschliche Auge unauffälliger. Abhängig von Sensor und Leistung kann die effektive Reichweite jedoch geringer ausfallen. Der Fritzmann Infrarotstrahler mit 940 nm ist stufenlos dimmbar und fokussierbar. Dadurch kannst du Lichtleistung und Lichtkegel an die jeweilige Beobachtungsentfernung anpassen.
Eine zu starke IR-Beleuchtung kann nahe Objekte, Äste oder Vegetation überstrahlen. Eine zu schwache Einstellung liefert dagegen möglicherweise nicht genügend Licht für ein detailreiches Bild. Richte und fokussiere den Strahler deshalb so, dass er zum Sehfeld und zur Beobachtungsentfernung deines Geräts passt.
Beachte, dass der Einsatz künstlicher Lichtquellen in Verbindung mit einer Waffe jagd- und waffenrechtlich eingeschränkt sein kann. Prüfe vor der Montage oder jagdlichen Verwendung eines Infrarotstrahlers die aktuell geltenden Regelungen deines Bundeslandes.
Weitere Informationen zu Sensorauflösung, Reichweite, Vergrößerung und Bildqualität findest du in unserem Ratgeber Funktionen und Kennzahlen bei Nachtsichtgeräten.
Montagemöglichkeiten und Anbringung
Standardisierte Montagesysteme für gängige Anwendungen
Für Nachtsichtgeräte stehen verschiedene Montagesysteme zur Verfügung. Welche Befestigung geeignet ist, hängt davon ab, ob das Gerät als handgeführtes Monokular, als Nachsatzgerät, als Vorsatzgerät oder an einem Helm verwendet werden soll.
Picatinny- und Weaver-Schienen werden häufig zur Befestigung geeigneter Zubehörteile eingesetzt. Da sich Profil und Maßtoleranzen unterscheiden können, solltest du die vom Hersteller angegebene Kompatibilität prüfen und dich nicht allein auf die optische Ähnlichkeit der Schiene verlassen.
Kopf- und Helmmontagen ermöglichen eine freihändige Verwendung dafür vorgesehener Nachtsichtgeräte. Gerät, Halterung und Helm müssen mechanisch miteinander kompatibel sein. Auch Gewicht, Schwerpunkt und eine zusätzliche Sicherung gegen Verlust sind zu berücksichtigen.
Nachsatzgeräte werden mit einem Klemm- oder Schnellspannadapter am Okular der Tagesoptik befestigt. Dafür muss der tatsächliche Außendurchmesser des Okulars sorgfältig gemessen werden. Die auf dem Zielfernrohr angegebene Objektivgröße entspricht nicht automatisch dem benötigten Adapterdurchmesser.
Für verschiedene PARD-NV007-Modelle findest du im Shop den PARD NV007S/SP Schnellspann-Montageadapter in mehreren Größen. Eine besonders präzise Alternative ist der RUSAN PARD NV007S Schnellspannadapter.
Überprüfe vor dem Kauf, ob der Adapter ausdrücklich für dein Nachtsichtgerät und den gemessenen Durchmesser deiner Zieloptik vorgesehen ist. Gerätegenerationen mit ähnlichen Namen können unterschiedliche Anschlüsse besitzen.

Besonderheiten bei der Montage für spezifische Modelle
Nicht alle Nachtsichtgeräte besitzen dieselbe Aufnahme. Einige Modelle werden mit einem bestimmten Adapter ausgeliefert, während bei anderen Geräten ein passender Klemm-, Gewinde- oder Schnellspannadapter separat gewählt werden muss.
Das SYTONG HT-88 wird in der verlinkten Ausführung mit einem 45-mm-Adapter angeboten. Prüfe dennoch vor der Bestellung den tatsächlichen Außendurchmesser des Zielfernrohrokulars. Weicht dieser ab, kann ein anderer Adapter oder ein geeigneter Reduzierring erforderlich sein.
Das PARD NV007SP2 4K wird abhängig von der ausgewählten Variante ebenfalls mit Montagezubehör angeboten. Für häufiges Auf- und Absetzen ist ein passender Schnellspannadapter hilfreich.
Vorsatzgeräte werden vor dem Objektiv einer Tagesoptik montiert und benötigen eine andere Adapterkonstruktion als Nachsatzgeräte. Eine Verwechslung dieser Systeme kann zu einer unsicheren Befestigung oder zu Beschädigungen an Gerät und Zieloptik führen.
Passende Schienen, Ringe und weitere Befestigungslösungen findest du in unserer Kategorie Zielfernrohrmontagen. Beachte jedoch immer die ausdrückliche Freigabe für dein konkretes Nachtsichtgerät.
Empfehlungen und Tipps für eine sichere und stabile Montage
Die Montage sollte immer nach der Anleitung des Geräte- und Adapterherstellers erfolgen. Kontrolliere vor dem Anbringen, dass Waffe und Zieloptik sicher gehandhabt werden und keine Gefahr durch eine geladene Waffe besteht.
Reinige die vorgesehenen Kontaktflächen vorsichtig von Staub, Fett und grobem Schmutz. Ein zwischen Adapter und Zieloptik eingeschlossener harter Partikel kann die Oberfläche beschädigen oder zu einer schiefen Montage führen.
Zieh Schrauben und Klemmelemente nur mit dem empfohlenen Drehmoment an. Eine zu lockere Befestigung kann verrutschen. Zu starkes Anziehen kann dagegen das Gehäuse der Zieloptik oder den Adapter beschädigen.
Bei einem Nachsatzgerät müssen Display und optische Achse gerade zur Tagesoptik ausgerichtet sein. Eine schiefe Montage kann Abschattungen, einen eingeschränkten Bildausschnitt oder eine unbequeme Kopfhaltung verursachen.
Kontrolliere nach der Montage den Augenabstand. Das Gerät darf beim Rückstoß nicht gegen Gesicht oder Auge schlagen. Besonders bei starken Kalibern ist ausreichend Abstand entscheidend.
Prüfe nach jedem Auf- und Absetzen, ob das Gerät sicher sitzt und sich nicht verdrehen lässt. Verwende Nach- oder Vorsatztechnik erst jagdlich, nachdem Montage, Bedienung und Bilddarstellung unter sicheren Bedingungen erprobt wurden.
Eine Waffenmontage ist außerdem nur zulässig, wenn die konkrete Kombination nach dem geltenden Waffen- und Jagdrecht verwendet werden darf. Bei Unsicherheit solltest du dich an die zuständige Behörde und einen qualifizierten Fachbetrieb wenden.
Optische Komponenten im Nachtsichtgerät
Hauptlinsen und ihre Funktion im System
Das Objektiv ist das erste Element im optischen Weg eines Nachtsichtgeräts. Es sammelt das einfallende sichtbare und infrarote Licht und fokussiert es auf den Sensor oder die Photokathode der Bildverstärkerröhre.
Brennweite und Objektivgröße beeinflussen unter anderem Grundvergrößerung, Sehfeld und Lichtaufnahme. Eine längere Brennweite bietet häufig eine höhere Grundvergrößerung, verkleinert aber meistens den sichtbaren Bildausschnitt. Eine kürzere Brennweite ermöglicht ein größeres Sehfeld, was das Auffinden und Verfolgen beweglicher Objekte erleichtern kann.
Hochwertige Linsen und Vergütungen reduzieren Reflexionen, Streulicht und optische Verzerrungen. Dies ist bei Nachtsichtgeräten besonders wichtig, da bereits geringe Lichtmengen möglichst effizient genutzt werden sollen.
Bei digitalen Geräten bildet das Objektiv die Szene auf dem Sensor ab. Der Prozessor verarbeitet das Sensorsignal und gibt es auf dem Display aus. Beim analogen Gerät wird das Bild dagegen auf die Photokathode der Bildverstärkerröhre projiziert.
Das Okular befindet sich auf der dem Auge zugewandten Seite. Bei digitalen Geräten vergrößert es das Bild des internen Displays. Bei analogen Geräten macht es das auf dem Phosphorschirm erzeugte Bild für dein Auge sichtbar.
Viele Modelle besitzen zusätzlich einen Dioptrienausgleich. Damit kannst du die Darstellung des Displays oder Phosphorschirms auf deine Sehschärfe einstellen. Der Objektivfokus und die Dioptrieneinstellung erfüllen unterschiedliche Aufgaben und sollten nacheinander korrekt eingestellt werden.
Rolle der Bildverstärkerröhre und Mikrokanalplatte
Die Bildverstärkerröhre ist das zentrale Bauteil eines analogen Restlichtverstärkers. Sie kommt nicht in jedem Nachtsichtgerät vor: Digitale Modelle wie das PARD NV007SP2 4K und das SYTONG HT-88 verwenden stattdessen einen elektronischen Sensor und ein Display.
Bei einer modernen analogen Bildverstärkerröhre trifft das vom Objektiv fokussierte Licht zunächst auf die Photokathode. Diese wandelt die eintreffenden Lichtteilchen in Elektronen um.
Anschließend gelangen die Elektronen zur Mikrokanalplatte. Sie besteht aus sehr vielen mikroskopisch kleinen Kanälen. Treffen Elektronen auf deren Innenwände, werden weitere Elektronen freigesetzt. Dadurch wird das ursprüngliche elektronische Signal vervielfacht.
Die verstärkten Elektronen treffen zuletzt auf einen Phosphorschirm. Dieser wandelt sie wieder in sichtbares Licht um. Abhängig vom verwendeten Phosphor erscheint das Bild beispielsweise grün oder in einer Schwarz-Weiß-Darstellung.
Die Mikrokanalplatte selbst verstärkt daher nicht das Licht direkt, sondern vervielfacht die von der Photokathode erzeugten Elektronen. Die Leistungsfähigkeit des Gesamtsystems hängt vom Zusammenspiel aller Röhrenkomponenten ab.
Einfluss der Photokathode auf die Lichtverstärkung
Die Photokathode ist ein wichtiger Bestandteil der analogen Bildverstärkerröhre. Sie wandelt die vom Objektiv eintreffenden Photonen in Elektronen um. Je effizienter diese Umwandlung erfolgt, desto mehr nutzbares Signal steht für die anschließende Verstärkung zur Verfügung.
Die spektrale Empfindlichkeit bestimmt, auf welche Wellenlängen die Photokathode besonders stark reagiert. Dadurch beeinflusst sie auch, wie gut vorhandenes Restlicht und das Licht eines kompatiblen Infrarotstrahlers genutzt werden können.
Eine hohe Empfindlichkeit allein garantiert jedoch noch kein hochwertiges Bild. Auflösung, Signal-Rausch-Verhältnis, Mikrokanalplatte, Phosphorschirm und Objektivqualität beeinflussen die praktische Bildleistung ebenfalls.
Digitale Nachtsichtgeräte besitzen keine Photokathode und keine Mikrokanalplatte. Hier übernimmt ein elektronischer CMOS- oder vergleichbarer Sensor die Lichtaufnahme. Deshalb werden digitale und analoge Geräte auch anhand unterschiedlicher technischer Kennzahlen bewertet.
Eine ausführliche Gegenüberstellung findest du in unserem Ratgeber Digitale und analoge Nachtsichtgeräte.
Elektronische und Mechanische Komponenten
Funktion der Elektronik in digitalen und analogen Geräten
Elektronische Schaltungen kommen sowohl in digitalen als auch in analogen Nachtsichtgeräten zum Einsatz. Ihre Aufgaben unterscheiden sich jedoch deutlich.
In einem digitalen Nachtsichtgerät steuert die Elektronik den Sensor, die automatische Belichtung, die Bildverarbeitung und das Display. Abhängig vom Modell übernimmt sie außerdem Foto- und Videoaufzeichnung, digitalen Zoom, WLAN-Verbindung, App-Steuerung und verschiedene Darstellungsmodi.
Das PARD NV007SP2 4K bietet beispielsweise Foto- und Videoaufzeichnung, WLAN, HDMI und USB-C. Das Gerät verarbeitet das Sensorbild elektronisch und zeigt es auf einem OLED-Display an.
Beim SYTONG HT-88 übernimmt die Elektronik ebenfalls Bildverarbeitung, Displaysteuerung und die Verbindung mit kompatiblen Mobilgeräten. Zusätzlich stehen verschiedene Bilddarstellungen zur Verfügung.
Digitale Nachtsichttechnik darf nicht mit Wärmebildtechnik gleichgesetzt werden. Eine Wärmebildkamera verwendet einen thermischen Sensor, der Wärmestrahlung erfasst. Ein digitales Nachtsichtgerät verarbeitet dagegen sichtbares und nahes infrarotes Licht.
In analogen Geräten steuert die Elektronik vor allem die Spannungsversorgung der Bildverstärkerröhre. Abhängig von der Röhrentechnik können außerdem automatische Helligkeitsregelung, Schutz vor starker Beleuchtung oder Autogating vorhanden sein.
Die Qualität von Sensor, Prozessor und Software beeinflusst bei digitalen Geräten unter anderem Bildrauschen, Detaildarstellung, Bildfrequenz und Reaktionsgeschwindigkeit. Die maximale Reichweite lässt sich jedoch nicht allein aus der elektronischen Ausstattung ableiten.
Bedeutung mechanischer Elemente wie Fokusrad und Einstellknöpfe
Mechanische Bedienelemente wie Fokusrad, Dioptrienring und Funktionstasten sind entscheidend für eine sichere und schnelle Handhabung. Sie sollten eindeutig angeordnet, ausreichend griffig und auch mit Handschuhen bedienbar sein.
Mit dem Objektivfokus stellst du das betrachtete Ziel in der jeweiligen Entfernung scharf. Der Dioptrienausgleich dient dagegen dazu, das Display oder den Phosphorschirm auf dein Auge einzustellen. Eine falsche Dioptrieneinstellung kann dazu führen, dass das Bild trotz korrekt fokussiertem Objektiv unscharf erscheint.
Tasten und Drehregler steuern abhängig vom Gerät unter anderem:
- Ein- und Ausschalten
- Displayhelligkeit
- digitalen Zoom
- Foto- und Videoaufnahme
- Farb- oder Darstellungsmodus
- Infrarotleistung
- WLAN-Verbindung
Eine klare haptische Unterscheidung der Tasten erleichtert die Bedienung bei Dunkelheit. Zu kleine, eng zusammenliegende oder gleichförmige Schalter können dagegen dazu führen, dass du unbeabsichtigt die falsche Funktion aktivierst.
Auch mechanische Teile wie Batteriedeckel, Anschlussabdeckungen, Augenmuschel und Adapteraufnahme beeinflussen die Alltagstauglichkeit. Dichtungen und Abdeckungen müssen korrekt geschlossen sein, damit die angegebene Wetterbeständigkeit erhalten bleibt.
Teste die Bedienung deines Geräts vor dem Einsatz. Häufig benötigte Funktionen solltest du sicher finden können, ohne das Nachtsichtgerät vom Auge zu nehmen oder unnötig Licht zu verwenden.

Stromversorgung und Batterielebensdauer
Die Stromversorgung ist ein wichtiger Faktor bei der Wahl eines Nachtsichtgeräts. Je nach Modell kommen AA-Batterien, fest eingebaute Akkus oder austauschbare Lithium-Ionen-Akkus zum Einsatz.
Viele aktuelle digitale Nachtsichtgeräte verwenden einen 18650-Akku. Ein austauschbarer Akku ermöglicht es dir, bei längeren Einsätzen ein geladenes Ersatzexemplar mitzuführen. Prüfe jedoch immer Spannung, Abmessungen, Polung und Herstellerfreigabe, da nicht jeder äußerlich passende Akku mit jedem Gerät kompatibel ist.
Für geeignete Geräte findest du im Shop den 18650-Ersatzakku mit 3,7 Volt und 3.200 mAh. Zum Laden geeigneter Zellen steht das Xtar MC2 Ladegerät für zwei 18650-Akkus zur Verfügung.
Die tatsächliche Laufzeit hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu gehören Außentemperatur, Akkuzustand, Displayhelligkeit, WLAN, Videoaufnahme, digitaler Zoom und die Nutzung des Infrarotstrahlers. Besonders bei niedrigen Temperaturen kann die verfügbare Akkukapazität sinken.
Ein integrierter oder externer Infrarotstrahler benötigt zusätzliche Energie. Nutze deshalb nur die IR-Leistung, die für die jeweilige Entfernung erforderlich ist. Schalte WLAN und Aufnahmefunktionen aus, wenn du sie nicht benötigst.
Einige Geräte lassen sich zusätzlich über USB-C mit einer Powerbank versorgen. Das kann die Betriebsdauer verlängern, führt aber zu einem zusätzlichen Kabel. Achte darauf, dass dieses die Bedienung nicht behindert und keine Zugbelastung auf den Anschluss ausübt.
Bewahre Ersatzakkus geschützt vor Feuchtigkeit, Kurzschluss und mechanischer Beschädigung auf. Lose Lithium-Ionen-Akkus sollten nicht gemeinsam mit Schlüsseln, Patronen oder anderen leitfähigen Gegenständen transportiert werden.
Prüfe vor jedem Einsatz den Ladezustand und nimm bei längeren Ansitzen einen geeigneten Ersatzakku mit. Dadurch verhinderst du, dass das Gerät gerade in einer wichtigen Beobachtungssituation ausfällt.
In unserem Onlineshop findest du verschiedene digitale Geräte und passendes Zubehör namhafter Hersteller. Eine Gesamtübersicht erhältst du in der Kategorie Nachtsichtgeräte. Weitere Modelle und passende Zubehörartikel findest du auf den Herstellerseiten von PARD und SYTONG.
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