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Was sind Nachsatz- und Vorsatzgeräte?
Technische Hilfsmittel haben in der modernen Jagd einen hohen Stellenwert. Insbesondere bei Dämmerung und Dunkelheit können Nachtsichtgeräte und Wärmebildgeräte zusätzliche Bildinformationen liefern. Dabei musst du zwischen handgeführten Beobachtungsgeräten, Nachsatzgeräten und Vorsatzgeräten unterscheiden.
Nach- und Vorsatzgeräte werden mit einer vorhandenen Tagesoptik kombiniert. Dadurch kann das bereits montierte Zielfernrohr weiterverwendet werden. Die beiden Bauarten unterscheiden sich jedoch deutlich hinsichtlich Montageposition, Funktionsweise, Augenabstand und Handhabung.
Definition und Unterschied zwischen Nachsatz- und Vorsatzgeräten
Ein Nachsatzgerät wird hinter dem Okular des Zielfernrohrs angebracht. Es nimmt das von der Tagesoptik erzeugte Bild einschließlich des Absehens auf und stellt es elektronisch auf einem internen Display dar. Du blickst dabei nicht mehr unmittelbar durch das Zielfernrohr, sondern auf das Display des Nachsatzgeräts.
Durch die Montage hinter der Optik verlängert sich das gesamte System nach hinten. Dadurch können sich Anschlag, Kopfhaltung und verfügbarer Augenabstand verändern. Ein ausreichender Abstand zwischen Okular beziehungsweise Augenmuschel und deinem Auge ist besonders bei rückstoßstarken Kalibern wichtig.
Ein aktuelles digitales Nachsatzgerät aus unserem Shop ist das SYTONG HT-88 Nachtsicht-Nachsatzgerät. Es wird hinter dem Okular einer geeigneten Tagesoptik montiert und kann zusätzlich als handgeführtes Beobachtungsgerät verwendet werden.
Ein Vorsatzgerät wird dagegen vor dem Objektiv des Zielfernrohrs angebracht. Das durch das Gerät erzeugte Bild gelangt anschließend durch die vorhandene Tagesoptik zu deinem Auge. Der gewohnte Augenabstand des Zielfernrohrs bleibt dadurch weitgehend erhalten.
Moderne Vorsatzgeräte arbeiten häufig mit Wärmebildtechnik. Ein Beispiel ist das NOCPIX MATE H38R Wärmebild-Vorsatzgerät mit Laser-Entfernungsmesser. Es wird über einen passenden Adapter vor einer geeigneten Tagesoptik befestigt.
Nachsatz- und Vorsatzgerät beschreiben somit zunächst die Position an der Optik und nicht automatisch die verwendete Technologie. Ein Nachsatzgerät kann digital oder analog arbeiten. Ein Vorsatzgerät kann auf digitaler Nachtsicht-, analoger Restlicht- oder Wärmebildtechnik basieren.
Eine Übersicht aktueller thermischer Vorsatzlösungen findest du in unserer Kategorie NOCPIX Wärmebild-Vorsatzgeräte. Digitale Nachsatzgeräte und passendes IR-Zubehör stehen unter Nachtsichtgeräte zur Verfügung.

Unser Topseller unter den Nachtsicht-Vorsatzgeräten: Das SYTONG HT-88



- Bauart: digitales Nachtsicht-Nachsatzgerät und handgeführtes Beobachtungsgerät
- Display: OLED-HD-Display mit 1.440 × 1.080 Pixeln
- Sehfeld: etwa 40 Meter auf 100 Meter
- Bildmodi: Schwarz-Weiß, Farbe und Grün
- Schutzklasse: IP66
- Adapter: 45-mm-Adapter in der verlinkten Ausführung enthalten
- Varianten: abhängig von der Auswahl mit 850- oder 940-nm-Infrarotstrahler
Das SYTONG HT-88 ist ein digitales Nachtsicht-Nachsatzgerät. Es verwendet einen lichtempfindlichen Sensor und zeigt das verarbeitete Bild auf einem OLED-Display an.
Weitere Informationen und derzeit verfügbare Varianten findest du auf unserer SYTONG-Herstellerseite.
Das NOCPIX MATE H38R arbeitet dagegen mit Wärmebildtechnik. Es benötigt weder sichtbares Restlicht noch einen Infrarotaufheller, da sein Sensor die Wärmestrahlung der beobachteten Umgebung erfasst.
- Bauart: Wärmebild-Vorsatzgerät
- Sensor: 640 × 512 Pixel bei 12 µm
- Objektiv: 38 mm F1.0
- Bildfrequenz: 60 Hz
- Sehfeld: 20,5 × 15,4 Meter auf 100 Meter
- Display: AMOLED mit 1.920 × 1.080 Pixeln
- Entfernungsmesser: integrierter Laser-Entfernungsmesser bis 1.200 Meter
- Adapterschnittstelle: M52
- Speicher: 64 GB für Foto- und Videoaufnahmen
Eine kompaktere Alternative mit einem 384 × 288 Pixel großen Sensor ist das NOCPIX MATE LITE L38 Wärmebild-Vorsatzgerät. Es besitzt ebenfalls ein 38-mm-Objektiv und eine M52-Adapterschnittstelle, verzichtet aber auf einen integrierten Entfernungsmesser.
Mit dem NOCPIX MATE Okular 2,5 × 36 kannst du ein kompatibles MATE-Vorsatzgerät zusätzlich als handgeführtes Wärmebildgerät verwenden.
Warum diese Geräte in der Jagd nützlich sind
Nach- und Vorsatzgeräte ermöglichen es dir, eine bereits vorhandene Tagesoptik auch bei schwierigen Lichtverhältnissen weiterzuverwenden. Du musst deshalb nicht zwangsläufig eine vollständig separate Nachtzieloptik einsetzen.
Ein digitales Nachsatzgerät zeigt sichtbare Konturen, Oberflächen und abhängig vom vorhandenen Licht auch weitere äußerlich erkennbare Merkmale. Bei sehr wenig Restlicht unterstützt ein integrierter oder externer Infrarotstrahler die Darstellung.
Ein Wärmebild-Vorsatzgerät hebt dagegen Temperaturunterschiede hervor. Wild kann sich dadurch deutlich vom kälteren Hintergrund abzeichnen. Wärmebildtechnik ist unabhängig von sichtbarem Licht, zeigt aber keine natürlichen Farben und Oberflächenstrukturen.
Bei der Auswahl solltest du deshalb nicht ausschließlich auf eine möglichst große Erfassungsreichweite achten. Für die praktische Nutzung sind zusätzlich Sensorauflösung, Sehfeld, Bildfrequenz, Objektiv, Gewicht, Bedienbarkeit und Adapterkompatibilität entscheidend.
Für das Absuchen der Umgebung ist ein separates handgeführtes Wärmebild-Monokular häufig die sinnvollere Lösung. Dadurch musst du die Waffe nicht für die reine Beobachtung bewegen oder in Anschlag nehmen. Erst nach der Beobachtung und Beurteilung der Situation kommt das Nach- oder Vorsatzgerät zum Einsatz.
Weitere Hinweise zum jagdlichen Einsatz findest du in unserem Ratgeber Nachtsicht und Jagd.
Die Funktionsweise von Nachsichtvorsatzgeräten
Technologische Aspekte der Funktionsweise
Nachtsicht- und Wärmebildgeräte arbeiten mit unterschiedlichen technischen Prinzipien. Die Begriffe dürfen deshalb nicht miteinander gleichgesetzt werden.
Analoge Bildverstärkerröhre: Eine analoge Bildverstärkerröhre nutzt vorhandenes Restlicht. Das Licht trifft auf eine Photokathode und wird dort in Elektronen umgewandelt. Eine Mikrokanalplatte kann diese Elektronen vervielfachen. Anschließend erzeugt ein Phosphorschirm daraus wieder ein sichtbares Bild.
Digitaler Nachtsichtsensor: Ein digitales Nachtsichtgerät verwendet einen CMOS- oder vergleichbaren Sensor. Dieser nimmt sichtbares und nahes infrarotes Licht auf. Ein Prozessor verarbeitet das Signal und stellt es auf einem LCD- oder OLED-Display dar.
Bei nahezu vollständiger Dunkelheit benötigt ein digitales Nachtsichtgerät normalerweise eine zusätzliche Infrarotbeleuchtung. Ein 850-nm-Strahler liefert abhängig vom Sensor häufig eine höhere nutzbare Reichweite, kann an der Lichtquelle jedoch schwach rot glimmen. Ein 940-nm-Strahler arbeitet unauffälliger, erreicht bei vergleichbarer Leistung aber häufig eine geringere Bildhelligkeit.
Als externer Aufheller steht beispielsweise der Fritzmann Infrarotstrahler mit 940 nm zur Verfügung. Er ist stufenlos dimmbar und fokussierbar. Vor einer Verbindung mit einer Waffe oder Zieloptik musst du die rechtliche Zulässigkeit der konkreten Kombination prüfen.
Wärmebildsensor: Ein Wärmebildgerät wie das NOCPIX MATE H38R erfasst die langwellige Wärmestrahlung der Umgebung. Ein Prozessor wandelt die gemessenen Temperaturunterschiede in ein sichtbares Wärmebild um.
Wärmebildgeräte benötigen keinen IR-Aufheller und funktionieren auch bei vollständiger Dunkelheit. Nebel, Niederschlag, hohe Luftfeuchtigkeit, dichter Bewuchs und geringe Temperaturunterschiede zwischen Wild und Hintergrund können die Bildqualität dennoch beeinflussen.
Ein Vorsatzgerät arbeitet üblicherweise mit einer optischen Grundvergrößerung von etwa 1-fach. Das erzeugte Displaybild wird anschließend durch das Zielfernrohr betrachtet. Erhöhst du die Vergrößerung der Tagesoptik stark, wird auch die Pixelstruktur des Gerätebildschirms vergrößert. Dadurch können Bildausschnitt und wahrnehmbare Detailqualität abnehmen.
Verschiedene Generationen der Technologie
Analoge Nachtsichttechnik wird häufig in verschiedene Generationen eingeteilt. Diese Einteilung beschreibt Entwicklungsstufen der verwendeten Bildverstärkerröhren.
Generation 1: Geräte dieser Generation besitzen eine vergleichsweise einfache Bildverstärkerröhre. Bildschärfe, Lichtverstärkung und Reichweite sind begrenzt. Am Bildrand können Verzerrungen oder Unschärfen auftreten.
Generation 2: Mit der Mikrokanalplatte wurde die Elektronenverstärkung deutlich verbessert. Dadurch bieten entsprechende Röhren eine höhere Bildhelligkeit, bessere Auflösung und eine größere nutzbare Reichweite.
Generation 3 und weiterentwickelte Röhren: Weiterentwickelte Photokathoden, höhere Empfindlichkeit und moderne Regelungssysteme verbessern die Leistung bei sehr wenig Restlicht. Bezeichnungen wie „Gen 2+“, „Gen 3+“ oder „4G“ werden von Herstellern jedoch nicht immer nach einem einheitlichen System verwendet.
Digitale Nachtsichtgeräte bilden keine automatisch höhere Generation der analogen Technik. Sie verwenden ein vollständig anderes Verfahren. Bei digitalen Geräten solltest du stattdessen Sensorauflösung, Lichtempfindlichkeit, Display, Sehfeld, Bildrate und Infrarotbeleuchtung vergleichen.
Auch Wärmebildgeräte werden nicht sinnvoll in die Generationen analoger Restlichtverstärker eingeordnet. Hier sind unter anderem Sensorauflösung, Pixelabstand, NETD-Wert, Bildfrequenz, Objektiv und Sehfeld relevant.
Eine ausführlichere Gegenüberstellung findest du in unserem Ratgeber Digitale und analoge Nachtsichtgeräte.

Einrichtung und Handhabung
Die sichere Nutzung eines Nach- oder Vorsatzgeräts hängt nicht nur von der Auswahl des richtigen Modells ab. Ebenso wichtig sind ein passender Adapter, eine gerade Ausrichtung, eine stabile Befestigung und die Kontrolle der Treffpunktlage.
Miss den benötigten Durchmesser mit einem Messschieber. Bei einem Nachsatzgerät benötigst du den tatsächlichen Außendurchmesser des Okulargehäuses. Bei einem Vorsatzgerät ist der Außendurchmesser des Objektivgehäuses entscheidend. Die auf dem Zielfernrohr angegebene Objektivgröße ist nicht automatisch mit diesem Außenmaß identisch.
Passende Klemm- und Schnellspannsysteme findest du in der Kategorie Zielfernrohrmontagen.
Anleitung zum korrekten Einschießen des Geräts
Vor der Montage eines Nach- oder Vorsatzgeräts muss die Tagesoptik zuverlässig eingeschossen sein. Überprüfe zunächst ohne Zusatzgerät, ob die Treffpunktlage des Zielfernrohrs stimmt.
Montiere anschließend den exakt passenden Adapter entsprechend der Herstelleranleitung. Das Gerät muss gerade, spannungsfrei und vollständig verriegelt sitzen. Schmutz oder harte Partikel zwischen Adapter und Zielfernrohr können die Ausrichtung beeinträchtigen und die Oberfläche der Optik beschädigen.
Bei einem Nachsatzgerät wie dem SYTONG HT-88 musst du insbesondere auf eine gerade Ausrichtung zum Okular und auf ausreichenden Augenabstand achten. Da das Absehen der bestehenden Tagesoptik durch das Nachsatzgerät betrachtet wird, wird das Nachsatzgerät selbst normalerweise nicht wie ein eigenständiges Zielfernrohr eingeschossen.
Trotzdem musst du die Treffpunktlage mit montiertem Gerät auf einem dafür zugelassenen Schießstand oder bei einem rechtlich zulässigen Kontrollschuss überprüfen. Montagefehler, eine veränderte Kopfhaltung oder eine unzureichende Befestigung können die praktische Treffpunktlage beeinflussen.
Bei einem Wärmebild-Vorsatzgerät wie dem NOCPIX MATE H38R wird zunächst die korrekte Montage vor dem Objektiv geprüft. Anschließend kontrollierst du mit einer geeigneten Zielscheibe, ob die Treffpunktlage mit und ohne Vorsatzgerät übereinstimmt.
Zeigt sich eine reproduzierbare Abweichung, erfolgt eine vorgesehene Korrektur normalerweise über die Kalibrierungs- beziehungsweise Treffpunktkorrektur des Vorsatzgeräts. Die Grundeinstellung des bereits korrekt eingeschossenen Zielfernrohrs solltest du nicht verändern, solange die Abweichung ausschließlich durch das Vorsatzgerät entsteht.
Gehe bei der Kontrolle grundsätzlich nach der Anleitung des Geräteherstellers vor. Verwende nur zugelassene Ziele und einen sicheren Kugelfang. Bei Unsicherheit sollte die Montage und Kontrolle durch einen fachkundigen Büchsenmacher erfolgen.
Modelle, die ohne Einschießen auskommen
Viele Nach- und Vorsatzgeräte werden damit beworben, dass sie nach der Montage ohne erneutes Einschießen verwendet werden können. Gemeint ist damit in der Regel, dass die bestehende Tagesoptik nicht dauerhaft neu justiert werden muss.
Ein Nachsatzgerät nimmt das bereits durch das Zielfernrohr erzeugte Bild samt Absehen auf. Bei korrekter und gerader Montage ist deshalb normalerweise keine eigene ballistische Justierung des Nachsatzgeräts erforderlich.
Ein hochwertiges Vorsatzgerät arbeitet mit einer optischen Grundvergrößerung von etwa 1-fach und ist für eine möglichst geringe Veränderung der optischen Achse konstruiert. Ein wiederholgenauer Adapter ermöglicht das Abnehmen und erneute Anbringen, ohne dass die Treffpunktlage jedes Mal neu eingestellt werden soll.
Das bedeutet jedoch nicht, dass du auf eine Kontrolle verzichten darfst. Jedes neue Gerät, jeder neue Adapter und jede neue Kombination aus Tagesoptik und Vorsatzgerät muss vor der jagdlichen Verwendung praktisch überprüft werden.
Auch nach einem Sturz, einem starken Stoß, einem Adapterwechsel oder einer ungewöhnlichen Abweichung solltest du die Treffpunktlage erneut kontrollieren.
Für NOCPIX-MATE-Geräte mit M52-Schnittstelle steht beispielsweise der RUSAN Modularadapter mit M52x0,75-Anschluss zur Verfügung. Er wird mit einem passenden Klemmadapter für den tatsächlichen Außendurchmesser des Zielfernrohrobjektivs kombiniert.
Den entsprechenden Klemmadapter findest du unter RUSAN Modularer Adapter für Wärmebildgeräte. Er ist in verschiedenen Durchmessern sowie abhängig von der Variante mit Verschraubung oder Schnellverschluss erhältlich.
Miss den Außendurchmesser immer selbst nach. Die Angabe „50-mm-Zielfernrohr“ beschreibt üblicherweise den freien Objektivdurchmesser und nicht das für den Klemmadapter benötigte Außenmaß des Gehäuses.
Rechtliche Rahmenbedingungen
Allgemeine Zulässigkeit nach dem Waffengesetz
Beim Umgang mit Nachtsicht- und Wärmebildtechnik musst du zwischen Waffenrecht und Jagdrecht unterscheiden. Eine waffenrechtliche Ausnahme bedeutet nicht automatisch, dass das Gerät bei jeder Jagdart und in jedem Bundesland jagdlich verwendet werden darf.
Rechtliche Vorgaben können sich ändern. Informiere dich daher vor Kauf, Montage und Einsatz bei der zuständigen Waffen- und Jagdbehörde über die aktuelle Rechtslage für dein Bundesland und deine konkrete Gerätekombination.
Das Waffengesetz zählt Nachtsichtvorsätze und Nachtsichtaufsätze für Zielhilfsmittel grundsätzlich zu den Nachtzielgeräten, sofern sie einen Bildwandler oder eine elektronische Verstärkung besitzen.
Inhaber eines gültigen Jagdscheins dürfen nach § 40 Absatz 3 WaffG für jagdliche Zwecke mit bestimmten Nachtsichtvorsätzen und Nachtsichtaufsätzen umgehen. Diese Ausnahme betrifft insbesondere Erwerb, Besitz und den waffenrechtlichen Umgang mit den dort genannten Geräten.
Jagdrechtliche Verbote und Beschränkungen bleiben ausdrücklich unberührt. Du musst deshalb zusätzlich prüfen, ob dein Bundesland die tatsächliche jagdliche Nutzung zulässt und für welche Wildarten oder Situationen eine entsprechende Ausnahme gilt.
Ein frei in der Hand verwendetes Beobachtungsgerät ohne Verbindung zur Waffe ist rechtlich anders zu beurteilen als ein Gerät, das mit einer Schusswaffe oder deren Zieloptik verbunden wird.
Bundeslandspezifische Regelungen
Die Bundesländer haben unterschiedliche Vorschriften zur Verwendung von Nachtsicht- und Wärmebildtechnik bei der Jagd. Regelungen können sich unter anderem auf die zulässige Wildart, die Bauform des Geräts, den Zeitraum und die Verwendung zusätzlicher Lichtquellen beziehen.
In vielen Fällen stehen Regelungen zur Bejagung von Schwarzwild im Mittelpunkt. Daraus darfst du jedoch nicht ableiten, dass jedes Nach- oder Vorsatzgerät bundesweit für jede nächtliche Jagdsituation verwendet werden darf.
Prüfe deshalb unmittelbar vor dem Einsatz:
- welche Wildarten erfasst sind,
- ob Nachsatz- und Vorsatzgeräte gleichermaßen zulässig sind,
- ob Wärmebild- und digitale Nachtsichttechnik unterschiedlich behandelt werden,
- ob ein integrierter oder externer Infrarotstrahler verwendet werden darf,
- ob besondere örtliche oder zeitliche Einschränkungen bestehen.
Bei Unsicherheit solltest du eine schriftliche Auskunft der zuständigen unteren Jagdbehörde einholen.
Einschränkungen gemäß Waffengesetz
Das Waffengesetz unterscheidet zwischen Nachtzielgeräten und Vorrichtungen, die ein Ziel beleuchten oder markieren. Dazu zählen auch unsichtbare Infrarot-Zielbeleuchtungen und Laser, wenn sie für die Verbindung mit einer Schusswaffe bestimmt sind.
Die Ausnahme für Jagdscheininhaber in § 40 Absatz 3 WaffG bezieht sich auf bestimmte Nachtsichtvorsätze und Nachtsichtaufsätze. Daraus ergibt sich nicht automatisch eine allgemeine Freigabe für jede an einer Waffe verwendete künstliche Lichtquelle oder jeden Laser.
Ob ein integrierter oder externer IR-Aufheller in deiner konkreten Gerätekombination waffen- und jagdrechtlich verwendet werden darf, musst du daher gesondert prüfen.
Wärmebildgeräte benötigen keine Infrarotbeleuchtung. Auch bei ihnen bleibt jedoch die tatsächliche jagdliche Verwendung von den geltenden landesrechtlichen Bestimmungen abhängig.
Die Einhaltung dieser Vorschriften ist nicht nur eine Frage der Legalität. Sie gehört auch zu einer sicheren und verantwortungsvollen Jagdpraxis. Nachttechnik darf niemals das sichere Ansprechen, die Kontrolle des Vordergeländes und einen geeigneten Kugelfang ersetzen.
Wartung und Pflege
Grundlagen der Wartung und Pflege
Eine regelmäßige Pflege erhält die Bildqualität und Funktionssicherheit deines Nachtsichtgeräts oder Wärmebild-Vorsatzgeräts. Kontrolliere nach jedem Einsatz Objektiv, Okular, Displaybereich, Gehäuse, Dichtungen, Anschlüsse und Adapter.
Entferne lose Partikel zunächst vorsichtig mit einem geeigneten Pinsel oder Blasebalg. Reibst du Sand oder Staub unmittelbar über die Glasfläche, können Beschichtungen beschädigt werden.
Für die schonende Trockenreinigung unterwegs eignet sich der WPW Lenspen Original Reinigungsstift. Er besitzt einen einziehbaren Pinsel und eine Carbon-Reinigungsspitze für leichte Verschmutzungen und Fingerabdrücke.
Weitere Produkte findest du in unserer Kategorie Optik-Reinigung.
Sprüh Reinigungsflüssigkeit niemals unmittelbar auf das Gerät. Trage sie nur sparsam auf ein geeignetes Tuch auf, sofern der Hersteller eine feuchte Reinigung erlaubt. Es darf keine Flüssigkeit in Tasten, Anschlüsse, Mikrofone, Batteriefächer oder Gehäusefugen gelangen.
Kontrolliere auch den Adapter. Kontaktflächen, Verriegelungen und Gewinde müssen sauber sein. Verwende keine ungeeigneten Öle oder Fette, da diese Staub binden, Kunststoffe angreifen oder die Klemmwirkung verändern können.
Akkulaufzeit und Batteriemanagement
Die tatsächliche Akkulaufzeit hängt von Gerät, Außentemperatur, Displayhelligkeit und aktivierten Funktionen ab. WLAN, Videoaufnahme, Entfernungsmesser und Infrarotbeleuchtung können den Energieverbrauch erhöhen.
Viele aktuelle Geräte verwenden austauschbare 18650-Lithium-Ionen-Akkus. Für das SYTONG HT-88 und weitere kompatible Geräte steht beispielsweise der 18650-Ersatzakku mit 3,7 Volt und 3.200 mAh zur Verfügung.
Für verschiedene Geräte der NOCPIX-LUMI-, QUEST- und MATE-Serien ist der NOCPIX 18650-Ersatzakku mit 3,6 Volt und 3.850 mAh vorgesehen.
Zum gleichzeitigen Laden mehrerer geeigneter Akkus findest du das NOCPIX Ladegerät für vier 18650-Lithium-Ionen-Akkus.
Verwende ausschließlich Akkus und Ladegeräte, die vom Hersteller für dein Gerät freigegeben sind. Gleiche Bauform bedeutet nicht automatisch identische Spannung, Strombelastbarkeit, Länge oder Schutzschaltung.
Transportiere lose Lithium-Ionen-Akkus in einer geeigneten Schutzbox. Sie dürfen nicht gemeinsam mit Schlüsseln, Patronen oder anderen leitfähigen Gegenständen aufbewahrt werden, da ein Kurzschluss zu starker Erwärmung oder einem Brand führen kann.
Bei niedrigen Temperaturen sinkt die nutzbare Akkukapazität häufig. Bewahre einen Ersatzakku deshalb körpernah und geschützt auf, ohne ihn übermäßig zu erwärmen.
Lagerung und Transport
Lagere das Gerät sauber, trocken und geschützt vor starken Temperaturschwankungen. Setze es nicht über längere Zeit direkter Sonneneinstrahlung, hoher Luftfeuchtigkeit oder großer Hitze im Fahrzeug aus.
Nach einem Einsatz bei Kälte solltest du das Gerät vor dem Öffnen von Anschluss- oder Batteriefächern langsam an die wärmere Umgebung anpassen. Dadurch verringerst du das Risiko, dass sich Kondenswasser im Inneren oder an elektrischen Kontakten bildet.
Verwende für den Transport die mitgelieferte oder eine geeignete gepolsterte Tasche. Objektiv- und Okulardeckel schützen die optischen Flächen vor Staub, Kratzern und unbeabsichtigter Sonneneinstrahlung.
Entferne Akkus bei längerer Lagerung, sofern dies in der Bedienungsanleitung empfohlen wird. Akkus sollten weder vollständig entladen noch dauerhaft vollgeladen und warm gelagert werden. Beachte hierzu die Hinweise des Akku- und Geräteherstellers.
Bewahre Adapter getrennt oder so gesichert auf, dass Gewinde und Klemmflächen nicht beschädigt werden. Kleine Schutzkappen verhindern, dass Schmutz in die Anschlussgewinde gelangt.
Herstellerempfehlungen
Lies vor Montage, Reinigung, Aktualisierung und Nutzung die Bedienungsanleitung deines Geräts. Sie enthält die verbindlichen Angaben zu kompatiblen Adaptern, zulässigen Akkus, Reinigung, Schutzklasse und Betriebstemperatur.
Installiere Firmware-Aktualisierungen ausschließlich aus offiziellen Quellen des Herstellers. Unterbrich während des Updates weder Stromversorgung noch Datenverbindung.
Setze das Gerät nach einem Update nicht sofort jagdlich ein. Kontrolliere zunächst Einstellungen, Bilddarstellung, gespeicherte Waffenprofile und – bei einem Vorsatzgerät – die Treffpunktlage.
Bei sichtbaren Beschädigungen, eingedrungener Feuchtigkeit, ungewöhnlicher Erwärmung oder wiederkehrenden Bildfehlern solltest du das Gerät nicht selbst öffnen. Durch das Öffnen können Dichtungen beschädigt werden und Garantieansprüche entfallen.
Eine Übersicht aktueller digitaler Modelle findest du unter Nachtsichtgeräte. Wärmebild-Vorsatzgeräte der MATE-Serie stehen in unserer Kategorie NOCPIX Vorsatzgeräte und auf der NOCPIX-Herstellerseite zur Verfügung.
Als digitales Nachsatzgerät bietet sich das SYTONG HT-88 an. Für ein leistungsfähiges Wärmebild-Vorsatzsystem mit hochauflösendem Sensor und Entfernungsmesser kommt das NOCPIX MATE H38R infrage.
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