Die Jagd mit einem Nachtsichtgerät

Hirsch bei der Jagd durch ein Nachtsichtgerät

Die Jagd ist seit jeher von genauer Beobachtung, verantwortungsvollem Handeln und einer sicheren Schussabgabe abhängig. Moderne Nachtsichtgeräte können Jäger dabei unterstützen, Wild in der Dämmerung oder bei Dunkelheit zu beobachten. Sie ersetzen jedoch weder jagdliche Erfahrung noch das sichere Ansprechen des Wildes und die Kontrolle des Kugelfangs.

Digitale Nachtsichttechnik nutzt vorhandenes Restlicht und kann dieses abhängig vom Gerät durch Infrarotlicht ergänzen. Davon zu unterscheiden sind Wärmebildgeräte, die Temperaturunterschiede sichtbar machen und keine Restlichtverstärkung benötigen. Beide Technologien besitzen unterschiedliche Stärken und müssen passend zum Revier, zum Einsatzzweck und zu den geltenden Vorschriften ausgewählt werden.

Warum sind Nachtsichtgeräte für die Jagd wichtig?

Nachtsichtgeräte für die Jagd ermöglichen es dir, Wild auch bei eingeschränkten Lichtverhältnissen zu beobachten. Viele Wildarten sind besonders während der Dämmerung oder bei Nacht aktiv. Mit geeigneter Nachtsichttechnik lassen sich Bewegungen im Revier besser erkennen und Beobachtungen über einen längeren Zeitraum durchführen.

Die Technik kann zur Sicherheit beitragen, indem sie zusätzliche Bildinformationen liefert. Sie darf jedoch nicht dazu verleiten, unter ungeeigneten Bedingungen einen Schuss abzugeben. Vor jeder Schussabgabe müssen Wildart, Alter und Geschlecht im erforderlichen Umfang sicher angesprochen sowie Vorder- und Hintergelände zweifelsfrei beurteilt werden.

Ein digitales Nachtsichtgerät zeigt im Gegensatz zu einem Wärmebildgerät sichtbare Konturen, Strukturen und abhängig von der Darstellung auch natürliche Merkmale des Wildes. Das kann beim genauen Ansprechen hilfreich sein. Die erreichbare Bildqualität hängt unter anderem von Sensor, Objektiv, Restlicht, Infrarotbeleuchtung, Entfernung und Witterung ab.

Wärmebildtechnik eignet sich dagegen besonders zum schnellen Auffinden von Wärmequellen. Ein Stück Wild kann dadurch auch bei vollständiger Dunkelheit oder teilweise verdeckter Sicht früh erkannt werden. Für das abschließende Ansprechen kann abhängig von der Situation eine zusätzliche optische oder digitale Nachtsichtbeobachtung sinnvoll sein.

Eine Übersicht über aktuell erhältliche Geräte findest du in unserer Kategorie Nachtsichtgeräte. Wärmebildkameras, Wärmebildferngläser und thermische Vorsatzgeräte stehen in der Kategorie Wärmebildkameras zur Verfügung.


Unser Topseller unter den Nachtsichtgeräten: Das Pard NV007V2

  • Neuer Sensor: 2K 2560*1440px
  • Ohne IR-Licht nutzbar: ab 0,001 LUX Restlicht nutzbar (Sternenklarer Nachthimmel)
  • Neuer Bildschirm: Extrem scharfes Bild mit 1440*1080px Auflösung
  • Neue Linsengröße: 14,5 mm Linse mit 1,4-Fach Grundvergrößerung
  • Großes Sehfeld: 22° Sehfeld (ca. 38,5 Meter / auf 100 Meter)
     

Anwendungsbereiche von Nachtsichtgeräten in der Jagd

Nachtsichtgeräte sind vielseitige Beobachtungshilfen. Sie können je nach Bauform bei der Ansitzjagd, bei der Pirsch, zur Revierbeobachtung oder zur Kontrolle von Wildbewegungen verwendet werden. Die Wahl des passenden Geräts hängt stark von der Jagdart, der Revierstruktur und der benötigten Beobachtungsentfernung ab.

Neben klassischen digitalen Nachtsichtgeräten kommen häufig monokulare Wärmebildgeräte oder Wärmebildferngläser zum Einsatz. Während Wärmebildtechnik das schnelle Auffinden erleichtert, kann ein digitales Nachtsichtgerät abhängig von den Bedingungen mehr sichtbare Oberflächenmerkmale zeigen.


Arten von Nachtsichtgeräten für verschiedene Jagdzwecke

Die Auswahl an Nachtsichtgeräten ist groß, und jede Bauart besitzt spezifische Vor- und Nachteile. Handgeführte Beobachtungsgeräte können unabhängig von der Waffe genutzt werden. Sie eignen sich zum Absuchen des Reviers und zur Beobachtung, ohne dass du dafür deine Jagdwaffe bewegen oder in Anschlag bringen musst.

Nachsatzgeräte werden hinter dem Okular eines bestehenden Zielfernrohrs angebracht. Dazu zählt beispielsweise das SYTONG HT-88. Da du bei einem Nachsatzgerät auf ein elektronisches Display blickst, müssen Augenabstand, Anschlag und Bedienung vor dem jagdlichen Einsatz sicher beherrscht werden.

Vorsatzgeräte werden vor der Tagesoptik montiert. Dadurch bleiben Augenabstand und Anschlag des Zielfernrohrs weitgehend unverändert. Eine fachgerechte, passende und wiederholgenaue Montage ist jedoch entscheidend. Passende Adapter und Montagesysteme findest du in der Kategorie Zielfernrohrmontagen.

Weitere Unterschiede zwischen Nachsatz- und Vorsatzgeräten erklären wir im Ratgeber Nach- und Vorsatzgeräte.

     

Beobachtungsgeräte sind für die Beurteilung des Wildbestands und die Vorbereitung einer jagdlichen Entscheidung geeignet. Sie sind meist kompakt und unabhängig von der Jagdwaffe einsetzbar. Das ist insbesondere bei der Pirsch von Vorteil, weil du deine Umgebung beobachten kannst, ohne ständig die Waffe anheben zu müssen.

Als thermisches Beobachtungsgerät bietet sich beispielsweise die Nocpix Lumi H35R Wärmebildkamera an. Sie besitzt einen 640 × 512 Pixel großen Wärmebildsensor, ein Sehfeld von 22 Metern auf 100 Meter und einen integrierten Laser-Entfernungsmesser.

Bevorzugst du die Beobachtung mit beiden Augen, kommt das Nocpix Quest H35R Wärmebildfernglas mit Entfernungsmesser infrage. Weitere thermische Monokulare und Ferngläser findest du auf den Seiten Nocpix Wärmebild-Monokulare und Nocpix Wärmebild-Ferngläser.


Nachtsichtgeräte bei den verschiedenen Jagdarten

Bei der Ansitzjagd verharrst du häufig über einen längeren Zeitraum an einem festen Ort. Hier können ein gutes Sehfeld, eine ausreichende Reichweite, eine lange Akkulaufzeit und eine detailreiche Bilddarstellung von Vorteil sein. Ein leicht erreichbares und intuitiv bedienbares Gerät verhindert unnötige Bewegungen auf dem Ansitz.

Für das frühzeitige Auffinden von Wild auf Wald- und Feldflächen eignet sich ein handgeführtes Wärmebild-Monokular. Die Nocpix Lumi H35R kombiniert ein kompaktes Gehäuse mit einem 35-mm-Objektiv und eignet sich dadurch vor allem für mittlere und weitere Beobachtungsdistanzen.

Bei der Pirsch sind ein geringes Gewicht, eine kompakte Bauform und ein großes Sehfeld besonders wichtig. Das Gerät sollte sich sicher mit einer Hand bedienen und schnell verstauen lassen. Für kurze Entfernungen im Wald kann ein breites Sehfeld wichtiger sein als eine möglichst hohe Grundvergrößerung.

Die Drückjagd findet üblicherweise bei Tageslicht statt und stellt wegen des bewegten Wildes, der beteiligten Personen und der dynamischen Schussabgabe besonders hohe Anforderungen an die Sicherheit. Nacht- oder Wärmebildtechnik ist hier nicht als Ersatz für ein geeignetes Drückjagdglas und die Beachtung der freigegebenen Schussbereiche zu verstehen.

Bei der Nachsuche kann Wärmebildtechnik helfen, Wärmequellen im Gelände schneller aufzufinden. Sie kann jedoch weder einen ausgebildeten Jagdhund noch die fachgerechte Arbeit eines Nachsuchengespanns ersetzen. Dichtes Gelände, Äste, Baumstämme und andere Hindernisse können die Wärmesicht verdecken.


Optimale Reichweite von Nachtsichtgeräten in verschiedenen Jagdszenarien

Die nutzbare Reichweite eines Nachtsichtgeräts wird von mehreren Faktoren beeinflusst. Bei digitalen Geräten gehören dazu Sensor, Objektiv, Restlichtempfindlichkeit, Infrarotbeleuchtung, Bildverarbeitung und Display. Bei Wärmebildgeräten sind insbesondere Sensorauflösung, Pixelabstand, NETD-Wert, Objektiv und Sehfeld relevant.

Unterscheide außerdem zwischen Erfassungs-, Erkennungs- und Identifikationsreichweite. Ein Gerät kann auf großer Entfernung anzeigen, dass sich dort ein Objekt oder eine Wärmequelle befindet. Für das sichere Ansprechen des Wildes ist normalerweise eine deutlich geringere Distanz erforderlich.

Bei der Ansitzjagd auf offenen Flächen kann eine höhere Reichweite vorteilhaft sein. Ein enges Sehfeld erschwert jedoch das Absuchen der Umgebung. Im Wald oder auf kurzen Schneisen bietet ein breiteres Sehfeld häufig den größeren praktischen Nutzen.

In bewegungsintensiven Jagdsituationen sind eine flüssige Bilddarstellung, eine kurze Einschaltzeit und eine einfache Bedienung wichtiger als ein möglichst hoher digitaler Zoom. Digitaler Zoom vergrößert lediglich einen Ausschnitt des vorhandenen Sensorbildes und reduziert mit steigender Stufe die sichtbare Detailqualität.

Bei der Pirsch sollte das Nachtsichtgerät eine ausgewogene Kombination aus Reichweite, Bildqualität, Sehfeld und Gewicht bieten. Auch die Akkulaufzeit und die Bedienbarkeit mit Handschuhen spielen eine wichtige Rolle.

Ausführliche Erklärungen zu Zoom, Reichweite, Sensorauflösung, Sehfeld und Aufnahmefunktionen findest du in unserem Ratgeber Funktionen und Kennzahlen bei Nachtsichtgeräten.

     

Gesetzliche Regelungen

Beim Einsatz von Nacht- und Wärmebildtechnik musst du sowohl das Waffenrecht als auch das Jagdrecht beachten. Diese beiden Rechtsbereiche sind voneinander zu unterscheiden. Dass der Erwerb oder Besitz eines Geräts zulässig ist, bedeutet nicht automatisch, dass du es in jeder Bauform, bei jeder Wildart und in jedem Bundesland jagdlich verwenden darfst.

Die Vorschriften können sich ändern. Informiere dich deshalb unmittelbar vor dem Kauf, der Montage und dem jagdlichen Einsatz bei der zuständigen Jagd- beziehungsweise Waffenbehörde über die aktuelle Rechtslage in deinem Bundesland.


Ist die Verwendung eines Nachtsichtgeräts bei der Jagd generell erlaubt?

Ein frei in der Hand verwendetes Nachtsicht- oder Wärmebild-Beobachtungsgerät ist rechtlich anders zu beurteilen als ein Gerät, das mit einer Waffe oder deren Zieloptik verbunden wird. Reine Beobachtungsgeräte ohne Waffenmontage können grundsätzlich zur Wildbeobachtung verwendet werden, sofern keine anderen Vorschriften entgegenstehen.

Inhaber eines gültigen Jagdscheins dürfen nach dem Waffengesetz für jagdliche Zwecke grundsätzlich mit bestimmten Nachtsichtvor- und Nachtsichtaufsätzen umgehen. Jagdrechtliche Verbote und Einschränkungen bleiben davon jedoch ausdrücklich unberührt.

Ob ein Nachtsicht- oder Wärmebildgerät bei der tatsächlichen Jagdausübung eingesetzt werden darf, hängt deshalb unter anderem von der Bauart, der Wildart, dem Bundesland und möglichen behördlichen Vorgaben ab.


Verwendung von Nachtsichtgeräten in verschiedenen Bundesländern

Die Bundesländer haben unterschiedliche Regelungen und Ausnahmen für den jagdlichen Einsatz von Nachtzieltechnik geschaffen. Häufig beziehen sich diese auf die Bejagung von Schwarzwild. Teilweise werden auch bestimmte invasive Arten oder Haarraubwild erfasst. Andere Anwendungen können weiterhin ausgeschlossen oder genehmigungspflichtig sein.

Auch bei grundsätzlich zugelassener Nachtzieltechnik können zusätzliche Einschränkungen gelten. Dazu gehören beispielsweise die zulässige Wildart, die Art des Geräts, die Verwendung einer künstlichen Lichtquelle, zeitliche Begrenzungen oder besondere Vorgaben in Schutz- und Seuchengebieten.

Verlasse dich daher nicht auf pauschale Übersichten oder ältere Ratgeberangaben. Prüfe die aktuell geltenden Vorschriften deines Bundeslandes und erkundige dich bei Unsicherheit bei der zuständigen unteren Jagdbehörde.


Einschränkungen durch das Waffengesetz

Das Waffengesetz unterscheidet unter anderem zwischen Nachtzielgeräten, Nachtsichtvor- und -aufsätzen sowie Vorrichtungen, die ein Ziel beleuchten. Für Jagdscheininhaber besteht eine besondere Ausnahme für den jagdlichen Umgang mit bestimmten Nachtsichtvor- und -aufsätzen. Diese Ausnahme hebt jedoch die jagdrechtlichen Beschränkungen nicht auf.

Besondere Vorsicht ist bei Infrarotstrahlern und anderen künstlichen Lichtquellen erforderlich. Ob ein integrierter oder separat montierter Strahler verwendet werden darf, lässt sich nicht für alle Bundesländer und Gerätekombinationen pauschal beantworten. Entscheidend sind die aktuelle waffenrechtliche Einordnung, das jeweilige Landesjagdrecht und die konkrete Verbindung mit Waffe oder Zieloptik.

Der Fritzmann Infrarotstrahler mit 940 nm ist stufenlos dimmbar und fokussierbar. Er wird mit Akku, Ladegerät und Universal-Stativmontage angeboten. Vor einer jagdlichen Nutzung musst du eigenständig prüfen, wo und in welcher Verbindung der IR-Aufheller rechtlich verwendet werden darf.

Montiere ein Nachtsichtgerät, einen Adapter oder einen Infrarotstrahler nicht an einer Waffe, solange die rechtliche Zulässigkeit für deine konkrete Kombination und deinen Einsatzzweck nicht zweifelsfrei geklärt ist.

Das Einhalten der gesetzlichen Vorgaben ist nicht nur eine Frage der Legalität, sondern auch Ausdruck von Waidgerechtigkeit und Verantwortung gegenüber Wild, Mitjägern und anderen Personen im Revier. Nachttechnik darf immer nur als ergänzendes Hilfsmittel verstanden werden.

In unserem Onlineshop findest du verschiedene Nachtsichtgeräte und passendes Zubehör. Thermische Beobachtungsgeräte, Wärmebildferngläser und Vorsatzlösungen stehen unter Wärmebildkameras sowie auf unserer NOCPIX-Herstellerseite zur Verfügung.


     

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